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Fußentwicklung und Fehlstellungen

Die Schuhe sollten innen mindestens 12 mm und maximal 17 mm länger sein als die Füße. Wie Untersuchungen belegen, trägt die Mehrheit der Kinder zu große oder zu kleine Schuhe, auf jeden Fall nicht passende Schuhe. Auch sind die Größenangaben der Schuhe oft nicht korrekt, meist sind die Schuhe kürzer, als sie gemäß der Schuhgrößenangabe sein sollten.

Deshalb ist das Vermessen der Füße im Schuhgeschäft nur dann hilfreich, wenn anschließend der Innenraum der Schuhe damit abgeglichen wird. Denn eine simpler Vergleich der gemessenen Fußlänge und -breite mit den Schuhgrößenangaben des Herstellers von Kinderschuhen ist nicht ausreichend. Eine Ausnahme sind die Schuhe der Marke Cangurino. Der Hamburger Hersteller gibt die Innengrößen (inklusive der nötigen Zugabe, siehe unten) in Millimeter an.

Die selbst bei Schuhverkäufern immer noch verbreitete Unsitte, durch Druck auf die Schuhvorderkappe die Lage der längsten Zehe und den Freiraum davor herauszufinden, ist völlig unzuverlässig, da Kinder dabei reflektorisch die Zehen anziehen. Fachleute empfehlen Eltern folgendes Vorgehen: Vor dem Schuhkauf wird der Umriss des (größeren) bestrumpften Kinderfußes auf ein Stück festerem Papier gezeichnet (das Kind steht dazu, beide Füße gleichmäßig belastet, auf dem Papier) und entlang dieser Linie ausgeschnitten. Im Geschäft wird die Schablone zur Größenprüfung (Länge und Weite) in die Schuhe eingelegt. Knickt sie beim Glattstreichen auf der Innensohle nirgends um, ist der Schuh nicht zu kurz und nicht zu eng. Durch Vorschieben der Schablone bis zum Anschlag in die Schuhspitze, wird der vor den Zehen zusätzlich erforderliche Freiraum von 12 bis 17 mm als Lücke im Fersenbereich sichtbar. Diese Zugabe erfordert der Fuß beim Abrollen und hat nichts mit einer sehr fragwürdigen Wachstumszugabe zu tun. Neben dieser Schablonenmethode gibt es weitere Hilfsmittel, welche die Fußlänge ermitteln und mit der Länge des Schuhinnenraumes abgleichen. Es handelt sich dabei um Kunststoffmessbänder mit den Bezeichnungen BIMS oder Plus 12.

Abgesehen von der korrekten Innenlänge des Kinderschuhes ist auch die Weite wichtig. In einem zu schmalen Schuh wird der Kinderfuß eingeengt und kann dadurch auf Dauer bleibend geschädigt werden. In einem zu weiten und lose am Fuß sitzenden Schuh, kann der Fuß beim Laufen nach vorn in die Schuhspitze rutschen. Dies kann zu einer Stauchung der Zehen wie in einem Kinderschuh mit zu kurzer Innenlänge führen. Da Füße sehr unterschiedliche Formen aufweisen können, sollte die Leistenform auf welcher der Schuh gefertigt wurde das berücksichtigen. Ein hochgesprengter, knochiger schmaler Fuß braucht einen gänzlich anders geformten Schuh, als ein flacher, fleischiger breiter Fuß.

Vor dem Vermessen der Füße sollte das Kind in Socken eine Zeit lang durch den Laden laufen, damit die eventuell zuvor in schlecht passenden Schuhen eingepferchten Füße wieder normale Dimensionen bekommen.

Bei Kleinstkindern sind Fußfehlstellungen oder andere Fußprobleme eine äußerst seltene Ausnahme.

Säuglinge haben von Natur aus einen Plattfuß aufgrund des noch vorhandenen Fettgewebes an der Fußsohle und weil sich die Fußgewölbe erst später mit der Belastung ausbilden. Der anfängliche Greifreflex (Babys krümmen die Fußsohle bei einem Berührungsreiz, Erwachsene hingegen strecken sie) nimmt mit dem ersten Lebensjahr zunehmend ab.

Beim Kleinkind ist eine stärkere Innendrehung des Fußes und ein Knick-Plattfuß als normal anzusehen. Bis zum dritten Lebensjahr kann es sein, dass Kinder einen oder beide Füße in eine unregelmäßige Position stellen. Die Ursache liegt im nicht gleichzeitigen, sondern zeitversetzten Wachstum der Knochen, Sehnen und Muskeln. Falls diese unregelmäßigen Stellungen im dritten Lebensjahr nicht verschwinden, sollte ein Arzt um Rat gefragt werden.

Etwa mit dem Beginn des Schulalters ist die normale Fußstatik erreicht. Eine medizinische Kontrolluntersuchung durch den Kinderarzt oder Orthopäden in diesem Alter ist sinnvoll. Werden Fehlstellungen diagnostiziert und sind diese nicht übermäßig, können sie durch ein Fußmuskeltraining beseitigt werden. Einlagen, die den Fuß stützen sollen, sind kontraindikativ: Aktuelle Studien belegen, dass sie keine positive Wirkung beim Knick-Senkfuß haben. Passiveinlagen reduzieren die Muskelaktivität.

Die Kinderfüße wachsen in unregelmäßigen Schüben und nicht gleichmäßig. Bis zu drei Schuhgrößen Wachstum im Jahr sind möglich.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Kinderschuh aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.