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Geschichte

Ein Leotard ist ein hautenges einteiliges Kleidungsstück, das Torso und Körper bedeckt, aber die Beine freilässt. Es wurde erfunden und berühmt durch den französischen Artisten Jules Léotard (1838-1870), der es bei seinen Auftritten trug.

Leotards werden getragen von Akrobaten, Gymnastikern, Tänzern, Schauspielern und Künstlern im Zirkus sowohl als praktische Kleidung als auch bei Vorführungen als Kostüm. Sie werden häufig kombiniert mit Strumpfhosen. Es gibt ärmellose, kurz- und langärmlige Leotards. Eine Unitard genannte Variante bedeckt auch die Beine.

In Leotards schlüpft man durch die Öffnung für den Hals. Das unterscheidet sie von Bodysuits, die im Allgemeinen einen Druckknopf im Schritt haben und daher ein Anziehen über den Kopf erlauben. Leotards mit breiteren Nackenöffnungen werden allein durch die Elastizität des Kleidungsstückes an ihrem Platz gehalten. Es gibt aber auch Leotard-Modelle, die sich an der Rückseite des Halses durch einen Reißverschluss oder Druckknopf schließen lassen.

Viele Leotards werden so hoch über die Beine geschnitten, dass sie die Unterwäsche zeigen. Aus diesem Grund wird Unterwäsche häufig weggelassen oder eine spezielle Unterwäsche mit Schnitthöhe über der Taille getragen. Es gibt Tanzstudios, die das Tragen von Unterwäsche verbieten. Gymnastikrichter können in der Sportgymnastik Punkte wegen sichtbarer Unterwäsche abziehen.

Soweit bekannt wurde der Name Leotard in England erstmalig im Jahr 1886 gebraucht, viele Jahre nach Léotards Tod. Léotard selbst nannte das Kleidungsstück ein maillot, das im heutigen Französischen unter anderem (Sport-)trikot und – kurz für maillot de bain – Badeanzug bedeutet. Im frühen 20. Jahrhundert war das Tragen von Leotards hauptsächlich auf den Zirkus und auf akrobatische Shows begrenzt, wo es die jeweiligen Spezialisten bei ihrer Darbietung trugen.

In den Zwanziger und Dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts beeinflussten Leotards den Stil der Badekleidung, so wie Badeanzüge der Frauen heute in ihrem Aussehen Leotards ähneln. Das Kleidungsstück wurden nun auch von professionellen Tänzern getragen, etwa Showgirls am Broadway. Zum Gebrauch auf der Bühne wurde das Leotard gewöhnlich zusammen mit Strümpfen oder Strumpfhosen kombiniert.

In den 1950er Jahren setzte sich das Tragen des traditionell-gestylten Leotards hauptsächlich durch Bühnenkünstler und Zirkusakteure fort, aber Leotards begannen auch als einfache und funktionale Trainingskleidung verwendet zu werden, häufig in institutionellen Einrichtungen wie Schulen oder beim Fitnesstraining. Diese Exemplare waren fast immer schwarz und wurden zusammen mit dicken Strumpfhosen getragen. Zwischen 1950 und 1970 blieben Leotards im Aussehen gleich, bis nach einer Modeänderung in den 1970er Jahren die bunteren Leotards auf der Bildfläche erschienen, häufig in Ballett und Training.

In den 1980er Jahren wurden Leotards sowohl als Trainings- wie als Straßenkleidung allgemein üblich, popularisiert durch die Aerobic-Welle in dieser Zeit. Die Leotards waren eine Mannigfaltigkeit aus Nylon und Spandex, vermischt mit den eher traditionellen uni-farbigen Baumwoll-Leotards mit Strumpfhosen und häufig mit einem Gurt hinten.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Leotard aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.